Laurentius-Hora-Stiftung

Jedes Jahr, zu Beginn des neuen Schuljahres, finden in Seckau in Gedenken an Pater Laurentius Hora die Seckauer Gespräche statt. Die Seckauer Gespräche sind eine mehrtägige Veranstaltung, die sich verschiedenen theologischen oder gesellschaftspolitischen Themen mithilfe von Experten aus den entsprechenden Bereichen nähert. Organisiert werden die Seckauer Gespräche von der Gesellschaft zur Erinnerung an Pater Laurentius Hora, einer Stiftung der Gothia Seckau.

Liebe Freundinnen und Freunde der Gesellschaft zur Erinnerung an Pater-Laurentius-Hora!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Coronakrise hat die letzten Wochen und Monate unseres Lebens maßgeblich beeinflusst. Mittlerweile ist wieder ein Stück Normalität zurückgekehrt. Oder gibt es die „Normalität“ von gestern im Heute doch nicht mehr? Eine Krise – sagt man – ist auch immer eine Chance, da Vertrautes und Gewohntes hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt werden. In diesem Sinn haben wir das Thema für die Seckauer Gespräche 2020 ausgewählt:

„Wie verändert Covid 19 uns und unsere Welt?“

Dazu wollen wir uns mit unseren Gästen zu folgenden Gedanken austauschen:

- Wie wird sich mein Handeln und wie werden wir uns als Gesellschaft verändern?

- Was haben wir gelernt und wie lange hält das an?

- Hat der Glaube in der Krise geholfen? Hat die Krise dem Glauben geholfen?

 

Ich freue mich über die Zusagen folgender Referenten, die das Thema sowohl aus

weltlich/philosophischer als auch aus geistlicher/theologischer sowie wirtschaftspsychologischer

Sicht beleuchten werden:

 

MMag. Dr. Richard Pirker: Studium der Philosophie und Theologie in

Salzburg, Wien und Graz, Dissertation im Fachbereich Dogmatik zur

Amtstheologie Karl Rahners. Ab 1.8.2020 Pfarrer in Villach St. Jakob. Er

wird sich mit uns mit den Fragen auseinandersetzen, was uns Corona

gelehrt hat, wie die Kirche auf äußere gesellschaftliche Veränderungen

reagiert bzw. wie es kommt, dass Veränderungsprozesse in der Kirche so

wenig Resonanz abbilden und wie Kirche sich in der Moderne in einem säkularen Zeitalter behaupten kann.

Prof. Dr. JULIA PITTERS: Ist Partnerin beim Beratungsunternehmen

Pitters℗ TRENDEXPERT und leitet als Professorin an der Internationalen

Hochschule in Wien den Studiengang Wirtschaftspsychologie. Zuvor war sie

als Beraterin für das Silicon Valley Fintech AltX tätig. Sie studierte

Psychologie und Soziologie an den Universitäten Würzburg und Hamburg

und promovierte an der Universität Wien zum Thema Steuerpsychologie.

Als Assistenzprofessorin hat sie sechs Jahre an der Webster University das

Fach Wirtschaftspsychologie vertreten und in zahlreichen internationalen

Zeitschriften publiziert. Sie ist allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige und hat gerade das Buch „Psychologie in Zeiten der Krise, Eine wirtschaftspsychologische Analyse der Coronavirus-Pandemie“ mitgestaltet.

Univ Lektor Mag. Dr. Phil Simon Varga: Diplomstudium der Philosophie,

der Soziologie und der Alten Geschichte an der Universität Wien.

Promotionsstudium (Philosophie) an der Universität Tübingen. Lektor am

Institut für Philosophie der Universität Wien; Dozent für den Fachbereich

Philosophie bei den Theologischen Kursen und Lehrbeauftragter an der

Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems. Forschungsaufenthalte

u.a. an der Universität Heidelberg (D) und an der Harvard University

(USA). Sein Beitrag fokussiert die Themen Mensch – Gemeinschaft – Gesellschaft

und hinterfragt Begrifflichkeiten im Zeitalter der Corona-Pandemie, dabei u.a. „Eigenverantwortung“, „Social Distancing“ oder „Neue Normalität“.

Eckdaten zu den Seckauer Gesprächen 2020

2. Oktober: 17:30: Uhr Eintreffen und Einführung in das Thema

3. Oktober: Vorträge der Referentin bzw. der Referenten und Diskussion

4. Oktober: Ausklang

Ort: JUFA Hotel Seckau, 8732 Seckau/Steiermark

 

Sollten Sie Interesse haben und sich anmelden wollen, melden Sie sich bitte über den Mailkasten auf der rechten Seite.

Sollten sie Fragen haben oder sich anmelden wollen, senden sie uns doch eine Nachricht über den beiliegenden Mailkasten.

Erstmals unter Leitung des neuen Geschäftsführers der Gesellschaft Georg Petek-Smolnig beschäftigten sich die Teilnehmer bei den Gesprächen 2019 zum Thema:

Ethik am Beginn und Ende des Lebens

Im November 2018 verkündete ein chinesischer Forscher, er habe das Erbgut zweier Babys so verändert, dass sie immun gegen das Aids-Virus seien. Demnach waren Zwillinge mit künstlicher Befruchtung gezeugt und ihr Erbgut mit der Genschere verändert worden. Diese erstmals am Menschen angewandte Methode hätte das Zeug, die Welt, wie wir sie bisher kennen, zu verwandeln; und weckt dementsprechend viele Ängste und Befürchtungen.

Was bedeutet das für die Wissenschaft und die Rolle der Ethik? Was bedeutet dieser Eingriff in das menschliche Erbgut für die Zukunft der Menschheit? Diese Fragen wurden in den diesjährigen Seckauer Gesprächen erörtert.

Univ. Prof. Dr. Walter Schaupp, Leiter des Instituts für Moraltheologie an der Universität Graz und u.a. Mitglied der Bioethikkommission im Bundeskanzleramt, bereitete das Thema sehr vielfältig und spannend auf. So erörterte er beispielhaft die Spannung, die sich zwischen der persönlichen Freiheit und dem Zwang bildet. In Zeiten zunehmender Liberalisierung würde der Zwang zur Leistungssteigerung, sozialer Druck und die geforderte Entwicklung des „perfekten“ Kindes zunehmen. Derartige neue Anspruchshaltungen würden zu einem Verlust an Orientierung führen. In seiner Einleitung zum Thema wies Georg Petek-Smolnig, der Geschäftsführer der Gesellschaft zur Erinnerung an Pater Laurentius Hora, die diese Gespräche organisiert, auf die in der Wissenschaft diskutierte Frage hin, ob solche Eingriffe in die menschliche Keimbahn aus prinzipiellen Gründen verboten sein sollten oder nicht. Forscher und Bioethiker sind sich darüber noch nicht einig. Die europäische Gesellschaft für Humangenetik etwa ließ kürzlich verlauten, dass kategorische Einwände aus ihrer Sicht nicht überzeugend seien. Doch bei dieser Frage gehe es nicht nur um ethisches Verhalten in Zusammenhang mit der Geburt eines Menschen, sondern in gleicher Weise auch um das Thema eines würdevollen Todes. Prof. Schaupp erläuterte dazu das Ethos der Kirche. Ihre Position umfasse ein Ja zur Behandlungsbegrenzung am Lebensende sowie zu einer kompromisslosen Schmerzbekämpfung,aber ebenso ein klares Nein zum assistierten Selbstmord und Tod auf Verlangen. Die Teilnehmer zeigten sich sehr angetan vom Thema und den Ausführungen von Professor Schaupp und rundeten diese Gespräche durch intensive Diskussionsbeiträge ab.

 

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